Positionen

Kinder, wehrt Euch

09.06.2013 von Jürgen Wustmann


Citymanagement und Werbegemeinschaft (Rade lebt) bezeichnen den Umbaustopp als Fehlentscheidung. Das kann auch nur jemand sagen, der sich keine Gedanken macht, wo das Geld für die ganzen Umbaumassnahmen herkommt. Auch wenn die Maßnahmen zu einem großen Teil gefördert werden, heißt das doch nicht, sorgsam mit den Mitteln umzugehen. Zudem sind die Fördertöpfe alle über Steuern finanziert. Selbst der Landeshaushalt aus dem die Mittel stammen ist doch verschuldet. Also sind die Mittel letztendlich alle über Kredite bereit gestellt, die von allen Steuerzahlern getragen werden bzw. die Rückzahlung den nachfolgenden Generationen überlassen wird. Jetzt den Weiterbau zu fordern, halte ich für unverantwortlich. Auch die Begründung, die Stadt wäre gestalterisch geteilt, zeugt nur von einem nicht beschäftigen mit der Materie. Gestalterisch geteilt wäre sie auch, würden alle seinerzeit vorgesehenen Maßnahmen umgesetzt. Denn die West-, Ost- , Süd-, Nordstrasse und der Engpass waren für eine Umgestaltung nie vorgesehen. Dort zeigt sich der Bruch ja jetzt schon. Aber deshalb gleich den weiteren Umbau zu fordern, kann doch nur von denen kommen, die den Umgang mit fremden Geldern anders angehen als mit dem eigenen.  Es ist ein ungesunder Zustand dieser Stadt, dass sie für Verbesserungen ihres Erscheinungsbildes auf fremde Fördertöpfe angewiesen ist. Sie kann eigentlich nichts selber dazutun, noch ist eine vernünftige Pflege und Instandhaltung gewährleistet. Eine Fehlentscheidung war, dass die Innenstadt überhaupt in der Größenordnung umgebaut, man muss eigentlich sagen, verschönert wird. Denn erforderliche Maßnahmen zur Verbesserung der Infrastruktur werden ja nicht angepackt, lieber wird nur verschönert. Die Drehung der Verkehrsrichtung in der Kaiserstrasse ist keine Verbesserung der Infrastruktur. Vielleicht ist das ja nur ein Ablenkungsmanöver oder sollte dieser Aufschrei nur verdeutlichen dass Rade lebt? Was hat das Citymanagement denn bisher erreicht? Die Vermietung Rossmann und NKD hätte auch die Wirtschaftsförderung hingekriegt, wie auch die vielen touristischen Aktionen. Auch die ganzen verkaufsoffenen Sonntage sind zwar schön zum befüllen der Innenstadt, sie bringen aber nicht den nötigen zusätzlichen Umsatz für den Einzelhandel, denn was ich am Sonntag kaufen kann brauche ich mir nicht an Werktagen besorgen. Auch das Citymanagement muss sich fragen lassen, ob die in sie gesteckten Mittel gerechtfertigt sind. Ein Rabuddel scheint mir mehr einem Kuddelmuddel zu entspringen. Um die Situation in der Stadt zu verbessern ist eine intensive Auseinandersetzung mit allen erforderlich, die auch in einem Streit über die sinnvollsten Massnahmen münden kann. Nur, diese Auseinandersetzung hätte vor vier Jahren stattfinden müssen, die Einzelhändler wurden seinerzeit mit Ihren Vorschlägen nur abgebügelt. In Schönheit sterben ist der Effekt, finanziert von unseren Kindern und Enkeln. Die wissen irgendwann nicht mehr wo sie das ganzen Geld hernehmen sollen. Und die Verursacher liegen als Rentner irgendwo in der Sonne und lassen sich den Buckel bräunen oder verlangen den altengerechten Umbau der Stadt, bezahlt von ihren Kindern und Enkeln.  
Kinder, wehrt euch.

Hier die mildere Antwort auf den Artikel in der Bergischen Morgenpost

Leserbrief zu: Streit über Umbaustopp im Stadtzentrum

Citymanagement und Werbegemeinschaft (Rade lebt) bezeichnen den Umbaustopp als Fehlentscheidung. Man möchte lieber alle zugesagten Fördermittel ausgeben vergisst aber den nötigen Eigenanteil. Der Landeshaushalt, aus dem die Mittel stammen, ist hoch verschuldet. Demnach sind die Mittel letztendlich über Kredite bereit gestellt, die von allen Steuerzahlern getragen werden bzw. die Rückzahlung den nachfolgenden Generationen überlassen wird. Jetzt den Weiterbau zu fordern, ist unverantwortlich. Nicht abgerufene Mittel können auch ein Beispiel für andere sein, nicht alles was zu bekommen ist auszugeben, nur weil es erst mal da ist. Auch die Begründung, die Stadt wäre gestalterisch geteilt, ist nicht ganz nachzuvollziehen. Gestalterisch geteilt wäre sie auch, würden alle seinerzeit vorgesehenen Maßnahmen umgesetzt. Denn die West-, Ost- , Süd- und Nordstrasse sowie der Engpass waren für eine Umgestaltung nie vorgesehen. Dort zeigt sich der Bruch jetzt schon. Aber deshalb gleich den weiteren Umbau zu fordern? Mir scheint, da wird mit fremden Geldern anders umgegangen als mit den eigenen. Wie wär's denn mit einer neuen Stadt, oder den gesamten altengerechten Umbau, vielleicht noch ein Transfer passender Bürger. 
Es ist ein ungesunder Zustand dieser Stadt, dass sie für Verbesserungen ihres Erscheinungsbildes auf fremde Fördertöpfe angewiesen ist. Sie kann eigentlich nichts selber dazu beitragen, noch ist eine vernünftige Pflege und Instandhaltung gewährleistet. Vielleicht ist das ja auch nur ein Ablenkungsmanöver oder sollte dieser Aufschrei verdeutlichen das Rade lebt? Was hat das Citymanagement bisher eigentlich erreicht? Die Vermietung Rossmann und NKD hätte auch die Wirtschaftsförderung hingekriegt, wie auch die vielen touristischen Aktionen. Auch die ganzen verkaufsoffenen Sonntage sind zwar schön zum Befüllen der Innenstadt, sie bringen aber nicht den nötigen zusätzlichen Umsatz für den Einzelhandel, denn was ich am Sonntag kaufen kann brauche ich mir nicht an Werktagen besorgen. Auch das Citymanagement muss sich fragen lassen, ob die in sie gesteckten Mittel gerechtfertigt sind. Ein Rabuddel scheint mir mehr einem Kuddelmuddel zu entspringen. Die Klage von Citymanagement und Werbegemeinschaft über fehlende Abstimmungen kommt sehr spät. Das Citymanagement gibt es erst seit gut 2 Jahren und die Werbegemeinschaft hat nicht durch umfangreiche Artikulation geglänzt. 
Um die Situation in der Stadt zu verbessern ist sicher eine intensive Auseinandersetzung mit allen erforderlich, die auch in einem Streit über die sinnvollsten Massnahmen münden kann. Dazu gehört auch ein die ganze Stadt betrachtendes Entwicklungskonzept. Nur, dies hätte vor vier/fünf Jahren stattfinden müssen. In Schönheit sterben ist jetzt der Effekt, finanziert von unseren Kindern und Enkeln. Die wissen irgendwann nicht mehr wo sie das ganze Geld hernehmen sollen. 

Jürgen H. Wustmann

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